Kräutertee: Wirkung, Ziehzeit und weitere Informationen zu Kräutertee

Kräuter Tee genießen
Geschmack von Kamillentee genießen

Pflanzen gelten als die ersten Nahrungsmittel der Menschen und blieben lange Zeit auch die wichtigsten. Anzunehmen ist, dass auch der prähistorische Mensch zwischen essbaren und giftigen Pflanzen zu unterscheiden lernte und im Verlauf der Zeit verschiedene Pflanzen entdeckte, deren „Zauberkraft“ unerklärliche „Krankheitsdämone“ aus dem Körper vertreiben konnte. Diese abergläubischen Vorstellungen blieben bis ins 18.Jahrhundert erhalten.
So ist bekannt, dass beispielsweise Kamillenblüten seit dem Altertum verwendet wurden, die Schwarze Johannisbeere fand im 18. Jahrhundert Eingang in den Arzneischatz, die Verwendung von Hagebutten geht bis in die Zeit der Pfahlbauten zurück und bei den Römern wurde über eine Heilpflanze namens Rubus idaeus, die Himbeere, berichtet. Auch die Blätter des Huflattichs, deren Inhaltsstoffe schleimlösend wirken, wurden bereits im Altertum gegen derartige Leiden eingesetzt.

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Alle genannten und viele weitere Pflanzen werden heute auch für Teemischungen von Kräutertee verwendet. Dabei handelt es sich um Aufgussgetränke, die unter Zusatz von frischen oder getrockneten Blättern sowie Fruchtteilen oder Blüten hergestellt und mit kochendem Wasser aufgegossen werden.

Wirkung des Tees
Die Wirkung verschiedener Kräutertees ist weithin bekannt. So gilt beispielsweise eine Teemischung, der Wurzelteile vom echtem Baldrian zugesetzt wurde, als krampflösend sowie beruhigend und erregungsdämpfend.
Der Zusatz des getrockneten Himbeerkrauts oder deren Blätter verspricht Linderung bei Durchfällen, während die Scheinfrüchte der Hundsrose, die Hagebutten, als Bestandteil schweißtreibender Tees eine wichtige Rolle einnehmen.
Auch die altbekannte Pfefferminze, deren Blätter aufgrund ihrer krampflösenden und blähungstreibenden, gallentreibenden sowie desinfizierenden Eigenschaften des enthaltenen ätherischen Öls vielfach in Kräutertees enthalten sind, erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit.
Geschmacklich werden Kräutertees verfeinert durch vielerlei Zugaben. So sorgen nicht selten Erdbeer-, Apfel- oder Ingwerstückchen, Orangenschalen, Zimtrinde oder Lemongras für ein abgerundetes Aroma. Auch Kornblumen, Brennnesseln sowie Malven, die als einheimische Pflanzen überall zu finden sind, werden den Kräuterteemischungen oftmals zugesetzt.
Sehr wohltuend und entspannend können Kräutertees vor allem während gesundheitlicher Probleme wirken. Auch zur Unterstützung bei Diäten werden sie vor vielen anderen Getränken bevorzugt, da sie den Körper weder mit Kohlenhydraten, noch mit Kalorien belasten und zum allgemeinen Wohlbefinden mit wohltuender Wärme oder als Kaltgetränk beitragen.
Viele Menschen mögen Kräutertee aber einfach wegen des Aromas. Laut Deutschem Teeverband konsumiert jeder Bundesbürger jährlich sechsundzwanzig Liter Tee. Dabei sind neben Grünem und Schwarzem Tee, die meist aus Indien oder China stammen, vor allem Kräutertees auf dem Vormarsch.

Ziehzeit des Kräutertees
Neben Kräuterteemischungen, die in Teebeuteln angeboten werden, bevorzugt der Teegenießer meist losen Tee, der je nach Geschmack und Menge in ein Gefäß gegeben und mit kochendem Wasser aufgegossen wird. Dabei empfiehlt sich für alle Sorten eine Ziehzeit zwischen acht und zwölf Minuten, damit sich das Aroma des Tees sowie die Wirkung der Inhaltsstoffe in vollem Umfang entfalten können.

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Kräutertee selber machen
Wer Kräutertee selber machen möchte, sollte einige Hinweise zum Sammeln von Heilpflanzen beachten.
Grundsätzlich sind beim Sammeln der Pflanzen die Naturschutzbestimmungen einzuhalten, da es geschützte Pflanzen gibt, die weder abgepflückt noch ausgerissen werden dürfen. Ihr Bestand ist nur noch begrenzt und muss erhalten werden. Dazu zählen beispielsweise die Schlüsselblume oder auch die Arnika, die mitunter auf Wiesen und an Ackerrändern im Frühjahr und Sommer zu finden sind.
Um einer Verwechslung vorzubeugen, sollten nur wenige Arten gleichzeitig gesammelt werden. Voraussetzung ist aber, dass man die Pflanzen genau kennt.
Die oberirdischen Pflanzenteile werden nur gesammelt, wenn die Oberfläche trocken ist. Ansonsten können sie durch Gärung oder Schimmelpilzbefall verderben. Zudem dürfen sie auch nicht staubig oder schmutzig sein, da sie ohne weitere Säuberung getrocknet werden.

Rosenblüten Tee im Sommer genießen
Rosenblütentee selber machen

Besondere Vorsicht ist mit Blüten geboten. Diese sollten nicht gedrückt werden. Außerdem sollten sie nicht bereits am Verwelken sein. Von den Blättern jeder Pflanze entnimmt man nur wenige; auch sie dürfen nicht gedrückt werden.
Das Kraut einiger Pflanzen wird mit einer Schere abgeschnitten, damit die Wurzel erhalten bleibt.
Wurzeln werden von der Erde befreit, gewaschen und meist gespalten.
Rinden sollten nicht zu dick sein.
Früchte und Samen werden gesammelt, bevor sie vollständig ausgereift sind, damit sie nicht zu schnell ausfallen.
Die Trocknung des Sammelguts sollte möglichst rasch, in dünner Schicht und am besten im Schatten erfolgen, um die Inhaltsstoffe zu stabilisieren. Dabei ist bei den einzelnen Pflanzen die jeweils günstigste Sammelzeit einzuhalten, zu der sie den höchsten Gehalt an wirksamen Inhaltsstoffen haben.
Die getrockneten Pflanzenteile werden in trockenen Räumen aufbewahrt. Dafür eignen sich gut schließende Gefäße, die jeweils beschriftet werden, um einer Verwechslung vorzubeugen. Etwa ein Jahr lang sind die Vorräte dann wirksam und können einzeln, aber auch in Mischungen als Tee verwendet werden.

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