Schwarzer Tee: Wirkung, Ziehzeit und weitere Informationen zu Schwarzem Tee

Eine Tasse Schwarzer Tee
Schwarzer Tee

Im Vergleich zum grünen Tee ist er in Europa noch relativ jung und doch gilt er mit Milch getrunken beispielsweise bei den Briten fast schon als Nationalgetränk: der schwarze Tee. Schwarztee, wie er auch genannt wird, ist in Europa erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Und doch hat er sich aufgrund der heilenden und wahlweise anregenden oder beruhigenden Wirkung, die ihm nachgesagt wird, schnell zu einem beliebten Heißgetränk entwickelt.

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Schwarzer Tee – von der Herstellung bis zur Zubereitung
Schwarzer Tee wird aus der Teepflanze Camelia sinensis hergestellt. Zu den typischen Anbaugebieten zählen China, Indien und Sri Lanka. Traditionell werden die Blätter dort das ganze Jahr über per Hand vom Teestrauch gepflückt. Vor allem die Ernten zwischen Februar und Juli sollen besonders guten Tee ergeben. Je nach Erntezeit wird zwischen dem First Flush (Februar bis April) und dem Second Flush (Juni bis Juli) unterschieden. Während dem First Flush ein eher milder Geschmack nachgesagt wird, gilt der Second Flush als kräftiger.

Nach dem Pflücken werden die Blätter zehn bis zwölf Stunden lang gewelkt. Bei diesem Verfahren liegen die Blätter auf den sogenannten Welktischen und werden getrocknet. Hierbei verlieren die noch grünen Teeblätter etwa 30 % ihrer Feuchtigkeit. Nach dem Welken erfolgt das Rollen. Dabei werden die Blätter von Walzen überrollt, sodass die Zellwände brechen. Es kommt zur Oxidation. Das Rollen wird meist dreimal durchgeführt und dauert jeweils circa 30 Minuten. Die Oxidation, die beim Rollen in Gang kommt, wird nun bei der Fermentation weiter verstärkt. Hierfür werden die Blätter für einige Stunden aufgeschichtet und bei 40° C mit Wasser befeuchtet. In diesem Schritt unterscheidet sich die Herstellung von schwarzem und grünem Tee. Letzterer durchläuft ebenso das Welken und Rollen, wird jedoch nicht fermentiert und behält so seine grüne Färbung. Beim Schwarztee wandelt sich erst jetzt bei der Fermentierung die grüne Farbe der Blätter in eine dunkelrote bis braune Färbung um. Dieser Schritt der Fermentation ist ausschlaggebend für die spätere Qualität des Tees. Nach der Fermentation werden die Blätter rund 20 Minuten lang unter Heißluft getrocknet und schließlich auf Rüttelsieben sortiert.

Nun kann der schwarze Tee auch zu verschiedenen Teemischungen, sogenannten Blends, weiterverarbeitet werden. Dabei werden die getrockneten Teeblätter mit verschiedenen anderen Pflanzen vermischt und es entstehenden die unterschiedlichsten Geschmackrichtungen. Zu den bekanntesten Blends zählen der Englisch Breakfast Tea, Earl Grey, Masala Chai oder auch die Ostfriesische Mischung. Diese aromatisierten Tees sind nicht zu verwechseln mit Teesorten wie Darjeeling Tee, Assam Tee, Sikkim Tee oder Ceylon Tee, die ebenso dem Schwarztee zuzuordnen sind, deren Benennung jedoch aufgrund ihres Anbaugebietes erfolgt.

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Die Ziehzeit – der entscheidende Faktor
Die Wirkung von Schwarztee kann je nach Zubereitung sehr unterschiedlich sein. Bei einer Ziehzeit von zwei bis drei Minuten wirkt der Tee anregend und ähnelt so in seiner Funktion dem Kaffee. Schließlich enthält der schwarze Tee neben dem Teein auch Koffein. Pro 150 ml Tee können zwischen 20 und 50 mg Koffein nachgewiesen werden. Das ist zwar ein geringerer Koffeingehalt als beim grünen Tee, wirkt aber ähnlich effektiv. Wer Kaffee nicht verträgt, kann daher morgens auf Schwarztee als Muntermacher ausweichen und von dem Koffein im Tee profitieren.

Kanne Schwarzer Tee
Schwarzer Tee mit Zitrone

Lässt man den Tee zwischen drei und zehn Minuten ziehen, wirkt er beruhigend und entspannend. Dieser Effekt lässt sich auf den Stoff Polyphenon zurückführen, der sich positiv auf das Nervensystem auswirkt. Zudem werden durch den Genuss von schwarzem Tee der Kortisolgehalt sowie der Blutdruck im Körper gesenkt. Schwarzer Tee, der länger als zehn Minuten zieht, wird jedoch bitter und nahezu ungenießbar. Bei solch einer langen Zubereitungszeit werden im Tee nämlich Gerbstoffe freigesetzt, die für den bitteren Geschmack sorgen.

Wer sich von diesem herben Geschmack nicht abschrecken lässt, kann die positiven Effekte der Gerbstoffe nutzen. Sie wirken nicht nur blutstillend und entzündungslindernd, ihnen wird auch eine antibakterielle und schmerzlindernde Wirkung nachgesagt. Besonders bei Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich wie beispielsweise Durchfall entfalten die Gerbstoffe ihre gesundheitsfördernden Effekte.

Es ist für den Geschmack von Schwarzem Tee außerdem von Bedeutung, ob der Tee mit Milch, Zucker, Honig oder anderen Zusätzen getrunken wird. In England wird der Schwarztee häufig mit Milch getrunken, dazu wird ein Gebäck, das sogenannt Teebrot, gereicht. Allerdings ist das Trinken von schwarzem Tee mit Milch umstritten, da die Milch die positiven Eigenschaften des Tees angeblich neutralisiere. Die Engländer lassen sich in ihrer Teekultur davon jedoch nicht verunsichern. Sie unterscheiden jedoch zwischen zwei Gruppen von Teetrinkern, von denen die eine ihren Tee nach dem Milk-in-first-Prinzip trinkt und die Milch vor dem Tee in die Tasse gibt, während die andere, die Tea-in-first-Gruppe, es bevorzugt, zunächst den Tee und erst dann die Milch in die Tasse zu gießen.

In Ostfriesland erhält man den Ostfriesentee, meist eine Mischung aus Assam-Tees. Dabei ist allerdings zwischen echtem „Ostfriesentee“ mit Herstellung in Ostfriesland und sogenannten „ostfriesischen Mischungen“ zu unterscheiden. Die Ostfriesen trinken jedoch nicht einfach eine Tasse Tee. Sie zelebrieren das Trinken von „een Kopje mit’n Kluntje un Rohm drin“. Das heißt nichts anderes, als dass sie in einer Kopke, also einer kleinen Tasse ohne Henkel, ein Stück Kandiszucker – das Kluntje – mit Tee übergießen und schließlich süße Sahne – die „Rohm“ – hinzufügen. Der Tee wird dann ohne Umrühren genüsslich getrunken.

Schwarzer Tee wird also in seinen Variationen und Zubereitungsmöglichkeiten mehr und mehr wichtiger Bestandteil vieler europäischer Kulturen.

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