Gerade in der kalten Jahreszeit ist Tee für viele Menschen das Heißgetränk Nummer eins. Es sich nach Feierabend mit einer Tasse Schwarz- oder Grüntee auf dem Sofa gemütlich machen ist einfach herrlich entspannend. Doch es gibt noch mehr Gründe, warum Tee eine gute Wahl ist.
Bei einer Statista-Umfrage gaben 35 Prozent an, täglich Tee zu trinken. Weitere 25 Prozent machen das zumindest mehrmals wöchentlich. Insgesamt wird er aber nicht so häufig konsumiert wie Kaffee. Ob das am schlechten Ruf der Tannine, also der Gerbstoffe liegt? Sie färben den Tee und sind für seinen Geschmack unerlässlich.
Für eine Pflanze ist Tannin überlebenswichtig, denn sie verteidigt sich damit. Gerbstoffe sind bitter und können bei vielen Tieren der Verdauung schaden. Das macht die Pflanze ungenießbar. Wie viel Tannin sie enthält, hängt vom Standort ab. Ist dieser sonnig und trocken, wird die Knospe nicht sehr groß und die Gerbstoffkonzentration ist sehr hoch. Ein feuchter und schattiger Platz hingegen lässt sie schnell gedeihen und es entstehen weniger Tannine. Im Schnitt enthält die Pflanze 10 bis 20 Prozent davon.
Achtung bei Migräne-Neigung
Für uns Menschen hingegen sind Tannine harmlos, denn ihre Konzentration im Tee ist sehr gering. Allerdings kann es vorkommen, dass sie Kopfschmerzen verursachen. Ob Tannine tatsächlich Migräne begünstigen, ist wissenschaftlich nicht vollends bewiesen. Durch die Gerbstoffe verengen sich die Blutgefäße. Bei Migräne allerdings ist das Gegenteil der Fall. Wieso also sollen beide Dinge miteinander in Verbindung stehen? Schuld ist wahrscheinlich der Neurotransmitter Serotonin. Serotoninmangel begünstigt Migräne, weil Tannine die Stärke binden, die der Körper zur Produktion von Serotonin braucht. Aber auch wer Eisenpräparate einnimmt, sollte seinen Teekonsum einschränken.
Eigentlich handelt es sich bei Gerbstoffen um ausgezeichnete Antioxidantien. Die Polyphenole, wie sie auch genannt werden können den Cholesterinspiegel verbessern. Es heißt zudem, dass die Tannine im Tee den Blutdruck und das Krebsrisiko senken, das Immunsystem stimulieren und antibakterielle Eigenschaften haben. Diese Eigenschaften kann Kaffee nicht vorweisen. Beiden Getränken gleich ist hingegen ihr stimulierendes Koffein. Kaffee macht wach – Tee auch, aber nur wenn man es will. Denn das darin enthaltene Theanin wirkt beruhigend. Wer weiß, was beim Aufgießen von Tee passiert, der kann selbst steuern, ob dieser belebend oder entspannend ist.
Zunächst entweicht das gesamte Koffein aus den Teeblättern, dessen Anteil übrigens umgekehrt proportional zum Gerbstoffgehalt ist. Wer Tee also in den ersten zwei bis drei Minuten trinkt, spürt seine anregende Wirkung. Nach fünf Minuten ist hingegen kein Koffein mehr vorhanden. Wer also Tee zur Beruhigung trinken möchte, sollte die Flüssigkeit nach den ersten zwei Minuten entsorgen und nur die Flüssigkeit aus dem anschließenden Brühen nutzen, die wenig Koffein und mehr Tannin und Theanin enthält.
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